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Quereinstieg in die Kita in NRW: Welche Möglichkeiten eröffnet die 160-Stunden-Qualifizierung?

Grundschullehramt, Psychologie, Logopädie, Ergotherapie: Welche Berufe mit der 160-Stunden-Qualifizierung in NRW auf Fachkraftstunden arbeiten können.

Von der educaris Redaktion·25. August 2026·Lesezeit etwa 11 Minuten
Bild: Erzieherin mit Kindern

„Ich habe Psychologie studiert. Kann ich damit wirklich in einer Kita auf Fachkraftstunden arbeiten?“

„Ich bin Logopädin und möchte mich beruflich verändern. Muss ich dafür noch einmal eine komplette Erzieherausbildung machen?“

„Ich komme aus dem Grundschullehramt. Welche Perspektiven habe ich in einer Kita und kann ich später auch Leitungsverantwortung übernehmen?“

Genau solche Fragen stellen sich viele Menschen, die bereits einen Beruf oder ein Studium abgeschlossen haben und sich eine Tätigkeit in der frühkindlichen Bildung vorstellen können.

Die Personalverordnung Nordrhein-Westfalen eröffnet mehreren Berufsgruppen Wege, die keinen kompletten beruflichen Neustart verlangen. Eine vorhandene Ausbildung oder ein Studium bleibt die Grundlage. Die 160-Stunden-Qualifizierung ergänzt dieses Wissen gezielt um die pädagogischen Kompetenzen, die für die Arbeit in einer Kindertageseinrichtung benötigt werden.

Je nach Ausgangsqualifikation eröffnen sich dabei unterschiedliche Möglichkeiten. Für einige Berufsgruppen bedeutet die Qualifizierung den Zugang zu Fachkraftstunden, für andere sogar den Status als sozialpädagogische Fachkraft mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.

Sie kommen aus dem Grundschullehramt?

Dann gehört Ihr Berufsabschluss zu den Quereinstiegswegen mit besonders weitreichenden Möglichkeiten.

Wer die erste Staatsprüfung oder einen Masterabschluss für das Lehramt an deutschen Grundschulen erfolgreich abgeschlossen hat und zusätzlich die 160-Stunden-Qualifizierung absolviert, gilt nach § 4 Absatz 3 PersVO als sozialpädagogische Fachkraft.

Damit eröffnet sich nicht nur eine Tätigkeit in der Kita.

Nach mindestens sechs Monaten einschlägiger Praxiserfahrung in einer Kindertageseinrichtung oder einer vergleichbaren institutionellen Betreuung von Kindern bis zehn Jahren kann auch eine Gruppenleitung übernommen werden. Voraussetzung ist, dass die 160-Stunden-Qualifizierung zu diesem Zeitpunkt vollständig abgeschlossen ist.

Und auch eine spätere Kita-Leitung ist grundsätzlich möglich. Dafür müssen die Voraussetzungen für die Gruppenleitung erfüllt sein und anschließend mindestens zwei Jahre einschlägige pädagogische Berufserfahrung hinzukommen.

Wer also aus dem Grundschullehramt kommt und sich beruflich verändern möchte, erhält über die Qualifizierung einen echten neuen Karriereweg in der frühkindlichen Bildung.

Psychologie, Logopädie, Ergotherapie und weitere Berufe: Ihre bisherige Qualifikation bleibt wertvoll

Nicht jeder möchte nach Jahren im Beruf noch einmal eine mehrjährige Ausbildung beginnen.

Gerade hier ist die 160-Stunden-Qualifizierung für viele Interessierte besonders attraktiv.

Die Personalverordnung nennt ausdrücklich Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem abgeschlossenen Studium in folgenden Bereichen:

  • Logopädie
  • Motopädie
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Theaterpädagogik
  • Kulturpädagogik
  • Musikpädagogik
  • Religionspädagogik
  • Sportpädagogik
  • Kunstpädagogik
  • Medienpädagogik
  • Psychologie
  • Bildungswissenschaft

Mit einer solchen abgeschlossenen Ausbildung beziehungsweise einem abgeschlossenen Studium und der zusätzlichen 160-Stunden-Qualifizierung ist ein Einsatz auf Fachkraftstunden möglich.

In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass eine Logopädin ihre bisherige Fachkompetenz mit pädagogischem Wissen ergänzen und anschließend in einer Kita auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann.

Eine Ergotherapeutin muss für diesen Weg nicht noch einmal eine vollständige Erzieherausbildung beginnen.

Auch Menschen mit einem abgeschlossenen Psychologiestudium oder Bildungswissenschaftsstudium können über diesen Weg neue berufliche Möglichkeiten in Kindertageseinrichtungen erschließen.

Gerade für Menschen, die bereits viele Jahre Ausbildung, Studium und Berufserfahrung mitbringen, kann das einen erheblichen Unterschied machen.

Sie beginnen nicht wieder bei null, sondern bringen Wissen mit, das in einer Kita wertvoll sein kann, und ergänzen genau die Bereiche, die für das neue Arbeitsfeld erforderlich sind.

Warum sind solche Berufsgruppen für Kitas interessant?

Kindertageseinrichtungen arbeiten längst nicht mehr nur mit einer einzigen beruflichen Perspektive.

Kinder entwickeln sich in vielen Bereichen gleichzeitig. Sprache, Motorik, soziales Verhalten, emotionales Erleben, gesundheitliche Voraussetzungen, familiäre Lebensbedingungen und Bildung greifen ineinander.

Eine Logopädin bringt beispielsweise einen anderen fachlichen Blick auf Sprache und Kommunikation mit als eine klassische pädagogische Fachkraft. Ergotherapeutische Erfahrung kann einen besonderen Blick auf Entwicklung, Wahrnehmung oder Alltagshandlungen eröffnen. Psychologisches Wissen kann helfen, Verhalten und Entwicklungsprozesse differenziert einzuordnen.

Die 160-Stunden-Qualifizierung soll diese vorhandene Expertise nicht ersetzen. Sie ergänzt sie um das Wissen, das für professionelles pädagogisches Handeln im Kita-Alltag erforderlich ist.

Der offizielle Orientierungsrahmen umfasst deshalb unter anderem pädagogische Beziehungsgestaltung, Bildungsarbeit, Entwicklungspsychologie, Diversität und Inklusion, Zusammenarbeit mit Eltern und Team sowie Kinderschutz.

Muss die Qualifizierung beendet sein, bevor ich überhaupt in der Kita anfangen kann?

In vielen Fällen nein.

Das ist für einen beruflichen Wechsel besonders interessant.

Die Personalverordnung erlaubt grundsätzlich, bereits vor Abschluss der Qualifizierung auf dem vorgesehenen Personalwert eingesetzt zu werden. Die 160-Stunden-Qualifizierung muss spätestens sechs Monate nach Tätigkeitsantritt begonnen und spätestens 24 Monate danach abgeschlossen werden. Reicht die Zeit im Einzelfall nicht aus, kann das Landesjugendamt diese Frist auf Antrag des Trägers einmalig um sechs Monate verlängern.

Sie können also eine passende Stelle finden, Ihre Tätigkeit aufnehmen und die Qualifizierung berufsbegleitend absolvieren.

Sie müssen nicht zwingend erst die komplette Weiterbildung abschließen und anschließend mit der Stellensuche beginnen.

Für einzelne Einsatzwege gelten allerdings Sonderregelungen. Deshalb sollte immer zuerst geprüft werden, welcher Abschnitt der Personalverordnung zum eigenen Abschluss gehört.

Was bedeutet eigentlich „Einsatz auf Fachkraftstunden“?

Wer zum ersten Mal mit der Personalverordnung zu tun hat, stolpert fast zwangsläufig über diesen Begriff.

Kitas müssen bestimmte Mindestpersonalstunden mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzen. Wer nach der Personalverordnung auf Fachkraftstunden eingesetzt werden darf, kann vom Träger auf diesen Fachkraftanteil angerechnet werden.

Für Quereinsteigende aus Logopädie, Ergotherapie, Psychologie und den weiteren ausdrücklich genannten Berufen ist genau das der entscheidende berufliche Mehrwert der 160-Stunden-Qualifizierung.

Dabei gibt es unterschiedliche rechtliche Wege innerhalb der PersVO. Nicht jede Person, die auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann, erhält automatisch denselben formalen Status. Für Interessierte ist zunächst aber vor allem wichtig, welche Tätigkeit der eigene Abschluss in Verbindung mit der Qualifizierung tatsächlich ermöglicht.

Die feineren Unterschiede werden insbesondere dann relevant, wenn später Leitungsfunktionen angestrebt werden.

Und wenn ich langfristig mehr Verantwortung übernehmen möchte?

Dann sollte bereits beim Einstieg darauf geschaut werden, welcher Quereinstiegsweg vorliegt.

Besonders interessant ist das für Grundschullehrkräfte. Sie werden mit der vorgeschriebenen Qualifizierung ausdrücklich sozialpädagogische Fachkräfte und können nach der erforderlichen Praxiserfahrung Gruppenleitungsaufgaben übernehmen. Später ist unter den weiteren Voraussetzungen auch die Leitung einer Einrichtung grundsätzlich möglich.

Bei anderen Quereinstiegswegen liegt der Schwerpunkt zunächst auf dem Einsatz auf Fachkraftstunden und damit auf der pädagogischen Tätigkeit innerhalb der Einrichtung.

Welche beruflichen Perspektiven sich daraus ergeben, hängt deshalb vom jeweiligen Quereinstiegsweg ab.

Wer beispielsweise aus Psychologie, Logopädie oder Ergotherapie kommt, kann durch die Qualifizierung ein vollkommen neues Tätigkeitsfeld erschließen, ohne die bisherige Berufsqualifikation aufzugeben oder eine mehrjährige neue Ausbildung absolvieren zu müssen.

Was ist mit anderen pädagogischen Abschlüssen?

Nicht jeder Abschluss lässt sich anhand einer Berufsbezeichnung sofort eindeutig zuordnen.

Für Personen mit einer anderen pädagogischen Ausbildung auf mindestens DQR-Niveau 6 kann das Landesjugendamt in begründeten Fällen eine Ausnahme für den Einsatz als weitere Fachkraft zulassen. Voraussetzung ist auch hier die 160-Stunden-Qualifizierung.

Auf DQR-Niveau 4 kann eine entsprechende Ausnahmeregelung für den Einsatz als Ergänzungskraft infrage kommen. Auch dafür ist die Qualifizierung vorgesehen.

Hier entscheidet allerdings nicht die interessierte Person allein. Der Träger beantragt die Ausnahme im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt beim zuständigen Landesjugendamt.

Gerade bei Abschlüssen, die nicht ausdrücklich in der Personalverordnung genannt werden, ist deshalb eine Prüfung vor der Anmeldung sinnvoll.

Eine besondere Möglichkeit für profilrelevante Kräfte

Auch Menschen aus ganz anderen Berufsfeldern können unter bestimmten Voraussetzungen für eine Kita interessant sein.

Die Personalverordnung ermöglicht den Einsatz sogenannter profilrelevanter Kräfte. Voraussetzung ist mindestens eine Qualifikation auf DQR-Niveau 4 und ein nachvollziehbarer Bezug zum besonderen Profil der Einrichtung.

Das kann beispielsweise bei einer Einrichtung mit einem ausgeprägten naturbezogenen, handwerklichen oder vergleichbaren Schwerpunkt relevant sein.

Anders als bei den zuvor genannten Berufsgruppen handelt es sich hier um eine Einzelfallentscheidung des Landesjugendamts. Der Träger muss begründen, warum genau diese berufliche Qualifikation zum pädagogischen Konzept der Kita passt.

Profilrelevante Kräfte werden auf Ergänzungskraftstunden eingesetzt. Dabei gilt eine Obergrenze von 20 Prozent der ausgewiesenen Mindestpersonalkraftstunden einer Einrichtung. Für diesen Weg ist ebenfalls die vollständige 160-Stunden-Qualifizierung erforderlich. Davon müssen allerdings bereits 80 Stunden vor Tätigkeitsbeginn absolviert sein. Diese ersten 80 Stunden müssen auch die vorgesehenen Inhalte zu Kinderschutz und Gefahrenabwendung enthalten.

Die restliche Qualifizierung kann anschließend während der Tätigkeit abgeschlossen werden. Die allgemeine Fristenregelung mit sechs und 24 Monaten gilt für diesen Weg allerdings ausdrücklich nicht. Den zeitlichen Rahmen für die zweite Hälfte klärt der Träger mit dem zuständigen Landesjugendamt.

Erzieherausbildung begonnen, aber das Anerkennungsjahr fehlt?

Auch hier kann die Personalverordnung einen Weg eröffnen.

Wer den fachtheoretischen Prüfungsteil der Erzieherausbildung erfolgreich abgeschlossen, danach aber kein Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung absolviert hat und deshalb keine staatliche Anerkennung besitzt, kann unter bestimmten Bedingungen auf Fachkraftstunden eingesetzt werden.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die fachtheoretische Prüfung bei Beginn des Einsatzes bereits mehr als vier Jahre zurückliegt und die 160-Stunden-Qualifizierung absolviert wird.

Entscheidend ist dabei, warum die staatliche Anerkennung fehlt. Wer das Berufspraktikum nach der bestandenen fachtheoretischen Prüfung gar nicht erst angetreten hat, kann diesen Weg unter den genannten Voraussetzungen nutzen. Anders liegt der Fall, wenn jemand das Berufspraktikum absolviert, die fachpraktische Prüfung abgelegt und endgültig nicht bestanden hat. Dann ist dieser Weg ausgeschlossen.

Die 160 Stunden können also einen nie begonnenen Praxisteil auffangen. Eine endgültig nicht bestandene Prüfung ersetzen sie nicht.

Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger: dieselben 160 Stunden, ein anderer rechtlicher Weg

Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger gehören ebenso wie Sozialassistentinnen, Heilerziehungshelferinnen und Heilerziehungshelfer sowie vergleichbar ausgebildete Kräfte grundsätzlich zu den Ergänzungskräften.

Nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung in einer Kindertageseinrichtung können sie in den Gruppenformen I und II auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Voraussetzung ist zusätzlich eine 160-Stunden-Fortbildung nach § 3 Absatz 3 PersVO.

Dafür muss nicht grundsätzlich ein anderer Lehrgang besucht werden. Bei educaris besuchen Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger denselben 160-Stunden-Kurs wie die übrigen Teilnehmenden. Der Unterschied liegt nicht im Unterricht, sondern darin, wie die Maßnahme für die jeweilige Berufsgruppe rechtlich eingeordnet wird.

Für Quereinsteigende wie Grundschullehrkräfte, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen oder Psychologinnen ist je nach Einsatzweg die 160-Stunden-Qualifizierung nach § 3 Absatz 2 maßgeblich. Bei berufserfahrenen Ergänzungskräften ist für den Einsatz nach § 11 Absatz 3 dagegen die 160-Stunden-Fortbildung nach § 3 Absatz 3 entscheidend.

Bei dieser Fortbildungsregelung gibt es nicht dieselbe staatliche Anbieterlistenlogik wie bei der Qualifizierung nach § 3 Absatz 2. Nach den Hinweisen des Landschaftsverbands Rheinland können die Fortbildungen bei unterschiedlichen Institutionen stattfinden, und der Träger prüft und entscheidet, welche Fortbildung passend ist. Klären Sie diese Zuordnung deshalb vor dem geplanten Einsatz mit Ihrem Träger.

Zur sozialpädagogischen Fachkraft nach § 4 PersVO werden Sie durch die 160 Stunden nicht. Für Ergänzungskräfte ist der Einsatz auf Fachkraftstunden in den Gruppenformen I und II aber der entscheidende berufliche Schritt.

Nicht jede Person braucht überhaupt eine 160-Stunden-Qualifizierung

Wer bereits einen Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss in Erziehungswissenschaften, Heilpädagogik, Rehabilitationspädagogik, Sonderpädagogik, Sozialer Arbeit, Kindheitspädagogik oder Sozialpädagogik besitzt, gehört nach § 4 Absatz 2 bereits zu den sozialpädagogischen Fachkräften.

Für diese Abschlüsse ist keine zusätzliche 160-Stunden-Qualifizierung erforderlich, um diesen Status zu erhalten.

Ein seriöser Weiterbildungsträger fragt deshalb zuerst nach Ihrem Abschluss und Ihrem beruflichen Ziel und nicht danach, ob Sie einen Kurs buchen möchten. Erst daraus ergibt sich, ob die Qualifizierung überhaupt der richtige nächste Schritt ist.

Kann sich der Quereinstieg auch finanziell lohnen?

Eine Gehaltszusage kann Ihnen niemand machen, der einen Kurs verkauft. Die Personalverordnung regelt den Personaleinsatz, nicht die Vergütung. Wie hoch Ihr Gehalt am Ende ausfällt, hängt vom Arbeitgeber, vom Tarifwerk, von der übertragenen Tätigkeit, Ihrer Vorbildung und der anerkannten Berufserfahrung ab.

Was die Qualifizierung verändert, ist Ihre Position im System. Wer erstmals auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann, kommt für Stellen und Aufgaben infrage, die vorher nicht offenstanden. Für berufserfahrene Ergänzungskräfte ist das ein echter Aufstieg, denn der Wechsel von Ergänzungs- auf Fachkraftstunden verändert die Tätigkeit und damit auch die Grundlage, auf der eingruppiert wird.

Bei Grundschullehrkräften kommen die Perspektiven Gruppenleitung und später gegebenenfalls Einrichtungsleitung hinzu.

Ob und wann sich das auf dem Gehaltszettel niederschlägt, entscheidet Ihr Arbeitgeber. Die Voraussetzungen dafür schaffen Sie mit der Qualifizierung selbst.

Was hinter dem Datum 2030 steht

Für einige der erweiterten Quereinstiegswege gilt derzeit eine zeitliche Begrenzung. Das klingt beunruhigender, als es ist, und lohnt eine genaue Einordnung.

Die 160-Stunden-Qualifizierung selbst ist nicht bis Ende 2030 befristet. Sie ist in § 3 der Personalverordnung geregelt, hat einen verbindlichen Orientierungsrahmen und ein offizielles Verfahren, über das Weiterbildungsanbieter geprüft und gelistet werden.

Zeitlich begrenzt sind die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten der §§ 11 bis 14. Nordrhein-Westfalen hat sie geschaffen, um auf den anhaltenden Fachkräftemangel in den Kindertageseinrichtungen zu reagieren, und will sie bis Juli 2030 erneut überprüfen. Eine Überprüfung bedeutet nicht, dass diese Wege danach entfallen. Sie bedeutet, dass das Land neu bewertet, welche Einsatzmöglichkeiten der dann bestehende Personalbedarf erfordert.

Wie die Rechtslage ab 2031 im Einzelnen aussieht, steht heute nicht fest. Die Gewinnung und der flexible Einsatz zusätzlicher Fachkräfte bleiben angesichts des anhaltenden Personalmangels aber weiterhin zentrale Themen der nordrhein-westfälischen Kita-Politik.

Wer am 31. Dezember 2030 bereits bei einem Träger beschäftigt und dort nach den §§ 11, 12 oder 14 eingesetzt ist, fällt zudem unter die vorgesehene Bestandsschutzregelung und kann in diesem Beschäftigungsverhältnis weiterhin entsprechend angerechnet werden.

Der Weg für Grundschullehrkräfte ist ohnehin unmittelbar in § 4 geregelt und gehört nicht zu diesen befristeten Regelungen. Dasselbe gilt für die Ausnahmezulassungen nach § 9.

Wann die 160-Stunden-Qualifizierung besonders interessant ist

Die Qualifizierung ist vor allem für Menschen interessant, die bereits eine hochwertige berufliche oder akademische Qualifikation mitbringen und diese für ein neues Arbeitsfeld nutzen möchten.

Sie müssen nicht automatisch wieder bei null anfangen.

Für Grundschullehrkräfte kann daraus ein neuer beruflicher Weg als sozialpädagogische Fachkraft mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

Für Menschen aus Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychologie, Bildungswissenschaft und den weiteren ausdrücklich genannten Fachrichtungen eröffnet die Qualifizierung den Zugang zu Fachkraftstunden und damit zu einem neuen beruflichen Tätigkeitsfeld.

Für andere pädagogische Qualifikationen können zusätzliche Wege über Einzelfallentscheidungen bestehen.

Bei educaris ist die 160-Stunden-Qualifizierung deshalb nicht als bloßes Absitzen einer gesetzlichen Vorgabe angelegt. Wer anschließend in einer Kita arbeitet, trägt Verantwortung für Entwicklung, Bildung, Beziehung und Schutz von Kindern.

Die Qualifizierung soll genau darauf vorbereiten. educaris ist als Anbieter der 160-Stunden-Qualifizierung in der von der obersten Landesjugendbehörde veröffentlichten Übersicht nach § 3 Absatz 2 PersVO geführt. Damit ist das Curriculum bereits geprüft und muss nicht für jede Teilnahme erneut abgestimmt werden.

Wer noch nicht sicher ist, welcher Weg zum eigenen Abschluss passt, sollte genau das zuerst klären. Der Eignungs-Check ordnet Ihren Abschluss dem passenden Abschnitt der Personalverordnung zu. Denn aus derselben 160-Stunden-Qualifizierung können sich je nach Vorbildung sehr unterschiedliche berufliche Möglichkeiten ergeben.

Quellen

Häufige Fragen

17 Fragen, tippen Sie ein Stichwort oder klicken Sie eine Frage an

Muss ich für den Quereinstieg in die Kita eine vollständige Erzieherausbildung machen?

Nein. Für den Quereinstieg in eine Kita in NRW ist nicht in jedem Fall eine vollständige Erzieherausbildung erforderlich. Wer bereits eine vollständige staatlich anerkannte Erzieherausbildung abgeschlossen hat, ist ohnehin sozialpädagogische Fachkraft und benötigt für diesen Status keine zusätzliche 160-Stunden-Qualifizierung. Für andere berufliche Ausgangsqualifikationen sieht die Personalverordnung verschiedene Quereinstiegswege vor. Dazu gehören unter anderem Grundschullehrkräfte, bestimmte therapeutische und akademische Berufsgruppen, berufserfahrene Ergänzungskräfte sowie Personen, die den fachtheoretischen Teil der Erzieherausbildung abgeschlossen, aber kein Anerkennungsjahr absolviert haben. Welcher Weg infrage kommt, hängt von der jeweiligen Vorqualifikation ab.

Welche Berufsgruppen können mit einer 160-Stunden-Qualifizierung auf Fachkraftstunden eingesetzt werden?

Die 160-Stunden-Qualifizierung beziehungsweise 160-Stunden-Fortbildung spielt bei mehreren unterschiedlichen Zugangswegen eine Rolle. Grundschullehrkräfte mit erster Staatsprüfung oder Masterabschluss werden nach der vorgeschriebenen Qualifizierung sozialpädagogische Fachkräfte und können entsprechend auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Ebenfalls auf Fachkraftstunden eingesetzt werden können Personen mit abgeschlossener Ausbildung oder abgeschlossenem Studium in Logopädie, Motopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Theaterpädagogik, Kulturpädagogik, Musikpädagogik, Religionspädagogik, Sportpädagogik, Kunstpädagogik, Medienpädagogik, Psychologie oder Bildungswissenschaft, wenn sie die vorgeschriebene 160-Stunden-Qualifizierung absolvieren. Hinzu kommen unter bestimmten Voraussetzungen Personen, die den fachtheoretischen Teil der Erzieherausbildung abgeschlossen, aber kein Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung absolviert haben. Auch berufserfahrene Ergänzungskräfte wie Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger können nach mindestens drei Jahren Kita-Berufserfahrung und einer 160-Stunden-Fortbildung in den Gruppenformen I und II auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Darüber hinaus kann für Personen mit einer geeigneten pädagogischen Ausbildung auf mindestens DQR-Niveau 6 im Einzelfall eine Ausnahmezulassung als weitere Fachkraft beantragt werden. Auch hierfür ist grundsätzlich eine 160-Stunden-Qualifizierung vorgesehen.

Was bedeutet es, in einer Kita auf Fachkraftstunden eingesetzt zu werden?

Kitas müssen einen bestimmten Anteil ihrer Mindestpersonalstunden mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzen. Wer auf Fachkraftstunden eingesetzt werden darf, kann vom Träger auf diesen Fachkraftanteil angerechnet werden. Für Quereinsteigende kann das einen wichtigen beruflichen Schritt bedeuten, weil dadurch pädagogische Tätigkeiten und Stellen zugänglich werden können, für die die bisherige Qualifikation allein noch nicht ausgereicht hätte. Der Einsatz auf Fachkraftstunden ist dabei nicht automatisch dasselbe wie der formale Status einer sozialpädagogischen Fachkraft. Diese Unterscheidung wird vor allem bei bestimmten Funktionen wie der Gruppenleitung wichtig.

Bin ich nach der 160-Stunden-Qualifizierung automatisch sozialpädagogische Fachkraft?

Nein. Ob Sie nach der 160-Stunden-Qualifizierung sozialpädagogische Fachkraft sind, hängt von Ihrem ursprünglichen Abschluss ab. Ein wichtiger Fall ist das Grundschullehramt. Wer die erste Staatsprüfung oder einen Masterabschluss für das Lehramt an deutschen Grundschulen besitzt und die vorgeschriebene 160-Stunden-Qualifizierung absolviert, gilt anschließend nach § 4 Absatz 3 PersVO als sozialpädagogische Fachkraft. Andere Berufsgruppen wie Psychologinnen, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen oder Physiotherapeutinnen werden durch die Qualifizierung dagegen nicht formal zu sozialpädagogischen Fachkräften. Sie können nach § 11 Absatz 2 jedoch auf Fachkraftstunden eingesetzt und damit auf den Fachkraftanteil der Einrichtung angerechnet werden. Der Unterschied liegt vor allem im rechtlichen Status und bei bestimmten Funktionen. Gruppenleitungen dürfen beispielsweise ausschließlich von sozialpädagogischen Fachkräften nach § 4 übernommen werden.

Arbeite ich auf Fachkraftstunden genauso wie eine sozialpädagogische Fachkraft?

In vielen Bereichen der täglichen pädagogischen Arbeit können sich die Aufgaben deutlich überschneiden. Wer aufgrund eines geregelten Quereinstiegswegs auf Fachkraftstunden eingesetzt wird, arbeitet als pädagogisches Personal in der Kita und wird vom Träger auf den vorgeschriebenen Fachkraftanteil angerechnet. Der Unterschied liegt vor allem im rechtlichen Status und bei bestimmten Funktionen. So sind beispielsweise Gruppenleitungsfunktionen sozialpädagogischen Fachkräften nach § 4 PersVO vorbehalten. Welche konkreten Aufgaben im pädagogischen Alltag übernommen werden, richtet sich zusätzlich nach der Qualifikation, dem Einsatzbereich und der Aufgabenverteilung innerhalb der Einrichtung.

Ich habe Psychologie studiert. Reicht ein Bachelor für den Quereinstieg in die Kita?

Ja. Die Personalverordnung NRW verlangt für diesen Zugangsweg ein abgeschlossenes Studium in Psychologie, schreibt aber keinen Masterabschluss vor. Damit kann auch ein abgeschlossenes Bachelorstudium in Psychologie in Verbindung mit der vorgeschriebenen 160-Stunden-Qualifizierung den Einsatz auf Fachkraftstunden ermöglichen. Entscheidend ist, dass tatsächlich ein abgeschlossener Studiengang Psychologie vorliegt.

Ich bin Logopädin, Ergotherapeutin oder Physiotherapeutin. Welche Möglichkeiten habe ich?

Für alle drei Berufsgruppen eröffnet die Personalverordnung NRW einen geregelten Quereinstiegsweg auf Fachkraftstunden. Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie werden in § 11 Absatz 2 ausdrücklich genannt. Mit einer abgeschlossenen entsprechenden Ausbildung beziehungsweise einem abgeschlossenen Studium und der 160-Stunden-Qualifizierung ist ein Einsatz auf Fachkraftstunden möglich. Eine vollständige neue Erzieherausbildung ist dafür nicht erforderlich. Gerade diese Berufsgruppen bringen bereits wertvolle Kenntnisse zu Kommunikation, Wahrnehmung, Bewegung, Entwicklung oder Alltagsbewältigung mit. Durch die pädagogische Zusatzqualifizierung können diese Kompetenzen in einem neuen beruflichen Kontext eingesetzt werden.

Ich komme aus dem Grundschullehramt. Welche Möglichkeiten eröffnet mir die 160-Stunden-Qualifizierung?

Für Grundschullehrkräfte eröffnet die Personalverordnung einen besonders weitreichenden Zugangsweg. Wer die erste Staatsprüfung oder einen Masterabschluss für das Lehramt an deutschen Grundschulen besitzt und die vorgeschriebene 160-Stunden-Qualifizierung absolviert, gilt anschließend als sozialpädagogische Fachkraft. Nach mindestens sechs Monaten entsprechender Praxiserfahrung kann grundsätzlich auch eine Gruppenleitung übernommen werden. Nach weiterer einschlägiger pädagogischer Berufserfahrung kann später auch eine Kita-Leitung infrage kommen. Für die Gruppenleitung muss die Qualifizierung bereits vollständig abgeschlossen sein. Die Qualifizierung kann für Grundschullehrkräfte damit sowohl den Einstieg in die Kita als auch langfristige berufliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Ich bin Kinderpflegerin. Was bringt mir die 160-Stunden-Qualifizierung?

Für berufserfahrene Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger kann die 160-Stunden-Fortbildung die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitern. Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger zählen nach der Personalverordnung zu den Ergänzungskräften. Nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung in einer Kindertageseinrichtung können sie in den Gruppenformen I und II auf Fachkraftstunden eingesetzt werden, wenn zusätzlich eine 160-Stunden-Fortbildung nach § 3 Absatz 3 PersVO absolviert wurde. Damit kann sich aus der bisherigen Tätigkeit als Ergänzungskraft ein erweiterter Einsatz innerhalb der Personalstruktur der Kita entwickeln.

Muss ich als Kinderpflegerin die drei Jahre Berufserfahrung schon vor Beginn der 160-Stunden-Qualifizierung haben?

Nein. Die drei Jahre Berufserfahrung müssen nicht bereits erreicht sein, bevor Sie mit der 160-Stunden-Qualifizierung beziehungsweise Fortbildung beginnen. Sie können die Qualifizierung schon vorher absolvieren und damit die fachliche Voraussetzung bereits abschließen. Die mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einer Kindertageseinrichtung müssen jedoch vorliegen, wenn später der Einsatz auf Fachkraftstunden nach § 11 Absatz 3 PersVO erfolgen soll. Wichtig ist außerdem, dass eine entsprechende Ausgangsqualifikation als Ergänzungskraft oder eine passende Ausnahmezulassung vorliegt. Berufserfahrung und 160 Stunden allein ersetzen diese Grundvoraussetzung nicht.

Kann ich schon während der 160-Stunden-Qualifizierung in einer Kita arbeiten?

In vielen Fällen ja. Die Personalverordnung ermöglicht bei zahlreichen Zugangswegen bereits einen Einsatz, bevor die 160 Stunden vollständig abgeschlossen sind. In diesen Fällen muss die Qualifizierung beziehungsweise Fortbildung spätestens sechs Monate nach Tätigkeitsbeginn begonnen und grundsätzlich spätestens 24 Monate nach Tätigkeitsbeginn abgeschlossen werden. Im Einzelfall kann die Abschlussfrist auf Antrag des Trägers einmalig verlängert werden. Für profilrelevante Kräfte gilt eine besondere Regelung. Hier müssen bereits vor Tätigkeitsbeginn 80 Stunden einschließlich der vorgesehenen Inhalte zu Kinderschutz und Gefahrenabwendung absolviert sein. Bei bestimmten weiterführenden Funktionen gelten ebenfalls besondere Voraussetzungen. Grundschullehrkräfte müssen die 160 Stunden beispielsweise vollständig abgeschlossen haben, bevor sie eine Gruppenleitung übernehmen können.

Muss ich vor Beginn der 160-Stunden-Qualifizierung bereits eine Stelle in einer Kita haben?

Nein. Für die Teilnahme an der 160-Stunden-Qualifizierung müssen Sie grundsätzlich noch keine Stelle in einer Kita haben. Sie können die Qualifizierung bereits absolvieren, wenn Sie sich auf einen späteren beruflichen Wechsel in die frühkindliche Bildung vorbereiten möchten. Bei bestimmten Zugangswegen wird später allerdings ein Träger benötigt. Das gilt insbesondere bei individuellen Ausnahmezulassungen und beim Einsatz als profilrelevante Kraft, weil der jeweilige Träger den Antrag im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt beim Landesjugendamt stellt.

Was ist eine profilrelevante Kraft?

Eine profilrelevante Kraft ist eine Person, deren berufliche Qualifikation zu einem besonderen pädagogischen Profil einer Kita passt. Voraussetzung ist mindestens eine Qualifikation auf DQR-Niveau 4. Eine feste Berufsliste gibt es für diesen Weg nicht. Entscheidend ist der nachvollziehbare Zusammenhang zwischen der bisherigen Qualifikation und dem konkreten Profil der Einrichtung. So kann beispielsweise ein naturwissenschaftlicher Hintergrund zu einer Kita mit ausgeprägtem Natur- oder Forscherprofil passen. Eine handwerkliche Ausbildung kann bei einer Einrichtung mit einem besonderen Werkstatt- oder Technikschwerpunkt relevant sein. Der Träger muss die fachliche Verbindung zum Profil der Einrichtung begründen und die Aufgaben der Person in der pädagogischen Konzeption darstellen. Der Einsatz erfolgt auf Ergänzungskraftstunden und bedarf einer entsprechenden Zulassung des Landesjugendamtes. Vor Tätigkeitsbeginn müssen mindestens 80 Stunden der 160-Stunden-Qualifizierung absolviert sein.

Ich habe den theoretischen Teil der Erzieherausbildung bestanden, aber kein Anerkennungsjahr gemacht. Kann die 160-Stunden-Qualifizierung für mich infrage kommen?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wer den fachtheoretischen Prüfungsteil der Erzieherausbildung erfolgreich abgeschlossen, anschließend aber kein Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung absolviert hat, kann nach § 11 Absatz 1 PersVO auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die fachtheoretische Prüfung bei Beginn des Einsatzes bereits mehr als vier Jahre zurückliegt und zusätzlich die vorgeschriebene 160-Stunden-Qualifizierung absolviert wird. Dieser Weg gilt nicht, wenn das Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung endgültig nicht bestanden wurde. Damit kann auch nach einer länger zurückliegenden Erzieherausbildung ohne Anerkennungsjahr ein geregelter Zugang zur pädagogischen Arbeit auf Fachkraftstunden bestehen.

Kann die 160-Stunden-Qualifizierung meine beruflichen Möglichkeiten und mein Gehalt verbessern?

Ja. Die Qualifizierung kann die beruflichen Möglichkeiten deutlich erweitern, wenn sie in Verbindung mit Ihrer Ausgangsqualifikation einen zusätzlichen Einsatz nach der Personalverordnung ermöglicht. Wer beispielsweise erstmals auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann, kommt für Tätigkeiten und Stellen infrage, die mit der bisherigen Qualifikation allein nicht zugänglich waren. Für berufserfahrene Ergänzungskräfte kann dies ebenfalls einen wichtigen beruflichen Entwicklungsschritt darstellen. Auch Auswirkungen auf die Vergütung sind möglich. Eine automatische Gehaltserhöhung entsteht durch das Zertifikat jedoch nicht. Die konkrete Eingruppierung richtet sich nach Arbeitgeber, Tarifwerk, übertragener Tätigkeit, Vorbildung und gegebenenfalls anerkannter Berufserfahrung. Der wesentliche Mehrwert liegt deshalb darin, zusätzliche berufliche Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Wie geht es mit den Quereinstiegsregelungen nach 2030 weiter?

Die 160-Stunden-Qualifizierung ist aktuell ein klar geregelter Zugangsweg in die Kita und bleibt auch mit Blick auf 2030 eine sinnvoll planbare Qualifikation. Die Personalverordnung sieht vor, die erweiterten Quereinstiegsregelungen bis zum 31. Juli 2030 fachlich zu überprüfen. Dabei wird bewertet, wie sich die verschiedenen Zugangswege in der Praxis bewährt haben und wie die Regelungen anschließend weiterentwickelt werden sollen. Solche Weiterentwicklungen gehören zur Personalsteuerung in der Kindertagesbetreuung. Auch die Personalverordnung selbst wurde in den vergangenen Jahren bereits angepasst und in neuer Fassung fortgeführt. Für Personen, die Ende 2030 bereits in einem entsprechenden Beschäftigungsverhältnis nach den vorgesehenen Regelungen eingesetzt sind, sieht die aktuelle Personalverordnung zudem einen dauerhaften Bestandsschutz innerhalb dieses Beschäftigungsverhältnisses vor. Wie einzelne Zugangswege ab 2031 konkret ausgestaltet werden, steht heute noch nicht abschließend fest. Die vorgesehene Überprüfung ist jedoch Teil der Weiterentwicklung der bestehenden Regelungen und ändert nichts daran, dass die 160-Stunden-Qualifizierung aktuell ein geregelter und relevanter Qualifizierungsweg für den Quereinstieg in die Kita ist.

Wie finde ich heraus, welcher Quereinstiegsweg zu meinem Abschluss passt?

Entscheidend ist immer die Kombination aus Ihrer bisherigen Ausbildung oder Ihrem Studium und dem beruflichen Ziel, das Sie mit der Qualifizierung verfolgen. Je nach Ausgangsqualifikation kann die 160-Stunden-Qualifizierung zu einem Einsatz auf Fachkraftstunden führen, den Status als sozialpädagogische Fachkraft ermöglichen, Teil einer individuellen Ausnahmezulassung sein oder für einen profilbezogenen Einsatz relevant werden. Auch für Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger sowie für Personen mit einer nicht vollständig abgeschlossenen Erzieherausbildung gelten eigene Regelungen. Deshalb sollte die Ausgangsqualifikation vor der Anmeldung konkret eingeordnet werden. So lässt sich klären, welcher Weg der Personalverordnung passt und welche beruflichen Möglichkeiten sich anschließend tatsächlich eröffnen.

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