Quereinstieg in die Kita in NRW: Welche Möglichkeiten eröffnet die 160-Stunden-Qualifizierung?
Grundschullehramt, Psychologie, Logopädie, Ergotherapie: Welche Berufe mit der 160-Stunden-Qualifizierung in NRW auf Fachkraftstunden arbeiten können.
„Ich habe Psychologie studiert. Kann ich damit wirklich in einer Kita auf Fachkraftstunden arbeiten?“
„Ich bin Logopädin und möchte mich beruflich verändern. Muss ich dafür noch einmal eine komplette Erzieherausbildung machen?“
„Ich komme aus dem Grundschullehramt. Welche Perspektiven habe ich in einer Kita und kann ich später auch Leitungsverantwortung übernehmen?“
Genau solche Fragen stellen sich viele Menschen, die bereits einen Beruf oder ein Studium abgeschlossen haben und sich eine Tätigkeit in der frühkindlichen Bildung vorstellen können.
Die Personalverordnung Nordrhein-Westfalen eröffnet mehreren Berufsgruppen Wege, die keinen kompletten beruflichen Neustart verlangen. Eine vorhandene Ausbildung oder ein Studium bleibt die Grundlage. Die 160-Stunden-Qualifizierung ergänzt dieses Wissen gezielt um die pädagogischen Kompetenzen, die für die Arbeit in einer Kindertageseinrichtung benötigt werden.
Je nach Ausgangsqualifikation eröffnen sich dabei unterschiedliche Möglichkeiten. Für einige Berufsgruppen bedeutet die Qualifizierung den Zugang zu Fachkraftstunden, für andere sogar den Status als sozialpädagogische Fachkraft mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.
Sie kommen aus dem Grundschullehramt?
Dann gehört Ihr Berufsabschluss zu den Quereinstiegswegen mit besonders weitreichenden Möglichkeiten.
Wer die erste Staatsprüfung oder einen Masterabschluss für das Lehramt an deutschen Grundschulen erfolgreich abgeschlossen hat und zusätzlich die 160-Stunden-Qualifizierung absolviert, gilt nach § 4 Absatz 3 PersVO als sozialpädagogische Fachkraft.
Damit eröffnet sich nicht nur eine Tätigkeit in der Kita.
Nach mindestens sechs Monaten einschlägiger Praxiserfahrung in einer Kindertageseinrichtung oder einer vergleichbaren institutionellen Betreuung von Kindern bis zehn Jahren kann auch eine Gruppenleitung übernommen werden. Voraussetzung ist, dass die 160-Stunden-Qualifizierung zu diesem Zeitpunkt vollständig abgeschlossen ist.
Und auch eine spätere Kita-Leitung ist grundsätzlich möglich. Dafür müssen die Voraussetzungen für die Gruppenleitung erfüllt sein und anschließend mindestens zwei Jahre einschlägige pädagogische Berufserfahrung hinzukommen.
Wer also aus dem Grundschullehramt kommt und sich beruflich verändern möchte, erhält über die Qualifizierung einen echten neuen Karriereweg in der frühkindlichen Bildung.
Psychologie, Logopädie, Ergotherapie und weitere Berufe: Ihre bisherige Qualifikation bleibt wertvoll
Nicht jeder möchte nach Jahren im Beruf noch einmal eine mehrjährige Ausbildung beginnen.
Gerade hier ist die 160-Stunden-Qualifizierung für viele Interessierte besonders attraktiv.
Die Personalverordnung nennt ausdrücklich Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem abgeschlossenen Studium in folgenden Bereichen:
- Logopädie
- Motopädie
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Theaterpädagogik
- Kulturpädagogik
- Musikpädagogik
- Religionspädagogik
- Sportpädagogik
- Kunstpädagogik
- Medienpädagogik
- Psychologie
- Bildungswissenschaft
Mit einer solchen abgeschlossenen Ausbildung beziehungsweise einem abgeschlossenen Studium und der zusätzlichen 160-Stunden-Qualifizierung ist ein Einsatz auf Fachkraftstunden möglich.
In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass eine Logopädin ihre bisherige Fachkompetenz mit pädagogischem Wissen ergänzen und anschließend in einer Kita auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann.
Eine Ergotherapeutin muss für diesen Weg nicht noch einmal eine vollständige Erzieherausbildung beginnen.
Auch Menschen mit einem abgeschlossenen Psychologiestudium oder Bildungswissenschaftsstudium können über diesen Weg neue berufliche Möglichkeiten in Kindertageseinrichtungen erschließen.
Gerade für Menschen, die bereits viele Jahre Ausbildung, Studium und Berufserfahrung mitbringen, kann das einen erheblichen Unterschied machen.
Sie beginnen nicht wieder bei null, sondern bringen Wissen mit, das in einer Kita wertvoll sein kann, und ergänzen genau die Bereiche, die für das neue Arbeitsfeld erforderlich sind.
Warum sind solche Berufsgruppen für Kitas interessant?
Kindertageseinrichtungen arbeiten längst nicht mehr nur mit einer einzigen beruflichen Perspektive.
Kinder entwickeln sich in vielen Bereichen gleichzeitig. Sprache, Motorik, soziales Verhalten, emotionales Erleben, gesundheitliche Voraussetzungen, familiäre Lebensbedingungen und Bildung greifen ineinander.
Eine Logopädin bringt beispielsweise einen anderen fachlichen Blick auf Sprache und Kommunikation mit als eine klassische pädagogische Fachkraft. Ergotherapeutische Erfahrung kann einen besonderen Blick auf Entwicklung, Wahrnehmung oder Alltagshandlungen eröffnen. Psychologisches Wissen kann helfen, Verhalten und Entwicklungsprozesse differenziert einzuordnen.
Die 160-Stunden-Qualifizierung soll diese vorhandene Expertise nicht ersetzen. Sie ergänzt sie um das Wissen, das für professionelles pädagogisches Handeln im Kita-Alltag erforderlich ist.
Der offizielle Orientierungsrahmen umfasst deshalb unter anderem pädagogische Beziehungsgestaltung, Bildungsarbeit, Entwicklungspsychologie, Diversität und Inklusion, Zusammenarbeit mit Eltern und Team sowie Kinderschutz.
Muss die Qualifizierung beendet sein, bevor ich überhaupt in der Kita anfangen kann?
In vielen Fällen nein.
Das ist für einen beruflichen Wechsel besonders interessant.
Die Personalverordnung erlaubt grundsätzlich, bereits vor Abschluss der Qualifizierung auf dem vorgesehenen Personalwert eingesetzt zu werden. Die 160-Stunden-Qualifizierung muss spätestens sechs Monate nach Tätigkeitsantritt begonnen und spätestens 24 Monate danach abgeschlossen werden. Reicht die Zeit im Einzelfall nicht aus, kann das Landesjugendamt diese Frist auf Antrag des Trägers einmalig um sechs Monate verlängern.
Sie können also eine passende Stelle finden, Ihre Tätigkeit aufnehmen und die Qualifizierung berufsbegleitend absolvieren.
Sie müssen nicht zwingend erst die komplette Weiterbildung abschließen und anschließend mit der Stellensuche beginnen.
Für einzelne Einsatzwege gelten allerdings Sonderregelungen. Deshalb sollte immer zuerst geprüft werden, welcher Abschnitt der Personalverordnung zum eigenen Abschluss gehört.
Was bedeutet eigentlich „Einsatz auf Fachkraftstunden“?
Wer zum ersten Mal mit der Personalverordnung zu tun hat, stolpert fast zwangsläufig über diesen Begriff.
Kitas müssen bestimmte Mindestpersonalstunden mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzen. Wer nach der Personalverordnung auf Fachkraftstunden eingesetzt werden darf, kann vom Träger auf diesen Fachkraftanteil angerechnet werden.
Für Quereinsteigende aus Logopädie, Ergotherapie, Psychologie und den weiteren ausdrücklich genannten Berufen ist genau das der entscheidende berufliche Mehrwert der 160-Stunden-Qualifizierung.
Dabei gibt es unterschiedliche rechtliche Wege innerhalb der PersVO. Nicht jede Person, die auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann, erhält automatisch denselben formalen Status. Für Interessierte ist zunächst aber vor allem wichtig, welche Tätigkeit der eigene Abschluss in Verbindung mit der Qualifizierung tatsächlich ermöglicht.
Die feineren Unterschiede werden insbesondere dann relevant, wenn später Leitungsfunktionen angestrebt werden.
Und wenn ich langfristig mehr Verantwortung übernehmen möchte?
Dann sollte bereits beim Einstieg darauf geschaut werden, welcher Quereinstiegsweg vorliegt.
Besonders interessant ist das für Grundschullehrkräfte. Sie werden mit der vorgeschriebenen Qualifizierung ausdrücklich sozialpädagogische Fachkräfte und können nach der erforderlichen Praxiserfahrung Gruppenleitungsaufgaben übernehmen. Später ist unter den weiteren Voraussetzungen auch die Leitung einer Einrichtung grundsätzlich möglich.
Bei anderen Quereinstiegswegen liegt der Schwerpunkt zunächst auf dem Einsatz auf Fachkraftstunden und damit auf der pädagogischen Tätigkeit innerhalb der Einrichtung.
Welche beruflichen Perspektiven sich daraus ergeben, hängt deshalb vom jeweiligen Quereinstiegsweg ab.
Wer beispielsweise aus Psychologie, Logopädie oder Ergotherapie kommt, kann durch die Qualifizierung ein vollkommen neues Tätigkeitsfeld erschließen, ohne die bisherige Berufsqualifikation aufzugeben oder eine mehrjährige neue Ausbildung absolvieren zu müssen.
Was ist mit anderen pädagogischen Abschlüssen?
Nicht jeder Abschluss lässt sich anhand einer Berufsbezeichnung sofort eindeutig zuordnen.
Für Personen mit einer anderen pädagogischen Ausbildung auf mindestens DQR-Niveau 6 kann das Landesjugendamt in begründeten Fällen eine Ausnahme für den Einsatz als weitere Fachkraft zulassen. Voraussetzung ist auch hier die 160-Stunden-Qualifizierung.
Auf DQR-Niveau 4 kann eine entsprechende Ausnahmeregelung für den Einsatz als Ergänzungskraft infrage kommen. Auch dafür ist die Qualifizierung vorgesehen.
Hier entscheidet allerdings nicht die interessierte Person allein. Der Träger beantragt die Ausnahme im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt beim zuständigen Landesjugendamt.
Gerade bei Abschlüssen, die nicht ausdrücklich in der Personalverordnung genannt werden, ist deshalb eine Prüfung vor der Anmeldung sinnvoll.
Eine besondere Möglichkeit für profilrelevante Kräfte
Auch Menschen aus ganz anderen Berufsfeldern können unter bestimmten Voraussetzungen für eine Kita interessant sein.
Die Personalverordnung ermöglicht den Einsatz sogenannter profilrelevanter Kräfte. Voraussetzung ist mindestens eine Qualifikation auf DQR-Niveau 4 und ein nachvollziehbarer Bezug zum besonderen Profil der Einrichtung.
Das kann beispielsweise bei einer Einrichtung mit einem ausgeprägten naturbezogenen, handwerklichen oder vergleichbaren Schwerpunkt relevant sein.
Anders als bei den zuvor genannten Berufsgruppen handelt es sich hier um eine Einzelfallentscheidung des Landesjugendamts. Der Träger muss begründen, warum genau diese berufliche Qualifikation zum pädagogischen Konzept der Kita passt.
Profilrelevante Kräfte werden auf Ergänzungskraftstunden eingesetzt. Dabei gilt eine Obergrenze von 20 Prozent der ausgewiesenen Mindestpersonalkraftstunden einer Einrichtung. Für diesen Weg ist ebenfalls die vollständige 160-Stunden-Qualifizierung erforderlich. Davon müssen allerdings bereits 80 Stunden vor Tätigkeitsbeginn absolviert sein. Diese ersten 80 Stunden müssen auch die vorgesehenen Inhalte zu Kinderschutz und Gefahrenabwendung enthalten.
Die restliche Qualifizierung kann anschließend während der Tätigkeit abgeschlossen werden. Die allgemeine Fristenregelung mit sechs und 24 Monaten gilt für diesen Weg allerdings ausdrücklich nicht. Den zeitlichen Rahmen für die zweite Hälfte klärt der Träger mit dem zuständigen Landesjugendamt.
Erzieherausbildung begonnen, aber das Anerkennungsjahr fehlt?
Auch hier kann die Personalverordnung einen Weg eröffnen.
Wer den fachtheoretischen Prüfungsteil der Erzieherausbildung erfolgreich abgeschlossen, danach aber kein Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung absolviert hat und deshalb keine staatliche Anerkennung besitzt, kann unter bestimmten Bedingungen auf Fachkraftstunden eingesetzt werden.
Voraussetzung ist unter anderem, dass die fachtheoretische Prüfung bei Beginn des Einsatzes bereits mehr als vier Jahre zurückliegt und die 160-Stunden-Qualifizierung absolviert wird.
Entscheidend ist dabei, warum die staatliche Anerkennung fehlt. Wer das Berufspraktikum nach der bestandenen fachtheoretischen Prüfung gar nicht erst angetreten hat, kann diesen Weg unter den genannten Voraussetzungen nutzen. Anders liegt der Fall, wenn jemand das Berufspraktikum absolviert, die fachpraktische Prüfung abgelegt und endgültig nicht bestanden hat. Dann ist dieser Weg ausgeschlossen.
Die 160 Stunden können also einen nie begonnenen Praxisteil auffangen. Eine endgültig nicht bestandene Prüfung ersetzen sie nicht.
Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger: dieselben 160 Stunden, ein anderer rechtlicher Weg
Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger gehören ebenso wie Sozialassistentinnen, Heilerziehungshelferinnen und Heilerziehungshelfer sowie vergleichbar ausgebildete Kräfte grundsätzlich zu den Ergänzungskräften.
Nach mindestens drei Jahren Berufserfahrung in einer Kindertageseinrichtung können sie in den Gruppenformen I und II auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Voraussetzung ist zusätzlich eine 160-Stunden-Fortbildung nach § 3 Absatz 3 PersVO.
Dafür muss nicht grundsätzlich ein anderer Lehrgang besucht werden. Bei educaris besuchen Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger denselben 160-Stunden-Kurs wie die übrigen Teilnehmenden. Der Unterschied liegt nicht im Unterricht, sondern darin, wie die Maßnahme für die jeweilige Berufsgruppe rechtlich eingeordnet wird.
Für Quereinsteigende wie Grundschullehrkräfte, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen oder Psychologinnen ist je nach Einsatzweg die 160-Stunden-Qualifizierung nach § 3 Absatz 2 maßgeblich. Bei berufserfahrenen Ergänzungskräften ist für den Einsatz nach § 11 Absatz 3 dagegen die 160-Stunden-Fortbildung nach § 3 Absatz 3 entscheidend.
Bei dieser Fortbildungsregelung gibt es nicht dieselbe staatliche Anbieterlistenlogik wie bei der Qualifizierung nach § 3 Absatz 2. Nach den Hinweisen des Landschaftsverbands Rheinland können die Fortbildungen bei unterschiedlichen Institutionen stattfinden, und der Träger prüft und entscheidet, welche Fortbildung passend ist. Klären Sie diese Zuordnung deshalb vor dem geplanten Einsatz mit Ihrem Träger.
Zur sozialpädagogischen Fachkraft nach § 4 PersVO werden Sie durch die 160 Stunden nicht. Für Ergänzungskräfte ist der Einsatz auf Fachkraftstunden in den Gruppenformen I und II aber der entscheidende berufliche Schritt.
Nicht jede Person braucht überhaupt eine 160-Stunden-Qualifizierung
Wer bereits einen Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss in Erziehungswissenschaften, Heilpädagogik, Rehabilitationspädagogik, Sonderpädagogik, Sozialer Arbeit, Kindheitspädagogik oder Sozialpädagogik besitzt, gehört nach § 4 Absatz 2 bereits zu den sozialpädagogischen Fachkräften.
Für diese Abschlüsse ist keine zusätzliche 160-Stunden-Qualifizierung erforderlich, um diesen Status zu erhalten.
Ein seriöser Weiterbildungsträger fragt deshalb zuerst nach Ihrem Abschluss und Ihrem beruflichen Ziel und nicht danach, ob Sie einen Kurs buchen möchten. Erst daraus ergibt sich, ob die Qualifizierung überhaupt der richtige nächste Schritt ist.
Kann sich der Quereinstieg auch finanziell lohnen?
Eine Gehaltszusage kann Ihnen niemand machen, der einen Kurs verkauft. Die Personalverordnung regelt den Personaleinsatz, nicht die Vergütung. Wie hoch Ihr Gehalt am Ende ausfällt, hängt vom Arbeitgeber, vom Tarifwerk, von der übertragenen Tätigkeit, Ihrer Vorbildung und der anerkannten Berufserfahrung ab.
Was die Qualifizierung verändert, ist Ihre Position im System. Wer erstmals auf Fachkraftstunden eingesetzt werden kann, kommt für Stellen und Aufgaben infrage, die vorher nicht offenstanden. Für berufserfahrene Ergänzungskräfte ist das ein echter Aufstieg, denn der Wechsel von Ergänzungs- auf Fachkraftstunden verändert die Tätigkeit und damit auch die Grundlage, auf der eingruppiert wird.
Bei Grundschullehrkräften kommen die Perspektiven Gruppenleitung und später gegebenenfalls Einrichtungsleitung hinzu.
Ob und wann sich das auf dem Gehaltszettel niederschlägt, entscheidet Ihr Arbeitgeber. Die Voraussetzungen dafür schaffen Sie mit der Qualifizierung selbst.
Was hinter dem Datum 2030 steht
Für einige der erweiterten Quereinstiegswege gilt derzeit eine zeitliche Begrenzung. Das klingt beunruhigender, als es ist, und lohnt eine genaue Einordnung.
Die 160-Stunden-Qualifizierung selbst ist nicht bis Ende 2030 befristet. Sie ist in § 3 der Personalverordnung geregelt, hat einen verbindlichen Orientierungsrahmen und ein offizielles Verfahren, über das Weiterbildungsanbieter geprüft und gelistet werden.
Zeitlich begrenzt sind die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten der §§ 11 bis 14. Nordrhein-Westfalen hat sie geschaffen, um auf den anhaltenden Fachkräftemangel in den Kindertageseinrichtungen zu reagieren, und will sie bis Juli 2030 erneut überprüfen. Eine Überprüfung bedeutet nicht, dass diese Wege danach entfallen. Sie bedeutet, dass das Land neu bewertet, welche Einsatzmöglichkeiten der dann bestehende Personalbedarf erfordert.
Wie die Rechtslage ab 2031 im Einzelnen aussieht, steht heute nicht fest. Die Gewinnung und der flexible Einsatz zusätzlicher Fachkräfte bleiben angesichts des anhaltenden Personalmangels aber weiterhin zentrale Themen der nordrhein-westfälischen Kita-Politik.
Wer am 31. Dezember 2030 bereits bei einem Träger beschäftigt und dort nach den §§ 11, 12 oder 14 eingesetzt ist, fällt zudem unter die vorgesehene Bestandsschutzregelung und kann in diesem Beschäftigungsverhältnis weiterhin entsprechend angerechnet werden.
Der Weg für Grundschullehrkräfte ist ohnehin unmittelbar in § 4 geregelt und gehört nicht zu diesen befristeten Regelungen. Dasselbe gilt für die Ausnahmezulassungen nach § 9.
Wann die 160-Stunden-Qualifizierung besonders interessant ist
Die Qualifizierung ist vor allem für Menschen interessant, die bereits eine hochwertige berufliche oder akademische Qualifikation mitbringen und diese für ein neues Arbeitsfeld nutzen möchten.
Sie müssen nicht automatisch wieder bei null anfangen.
Für Grundschullehrkräfte kann daraus ein neuer beruflicher Weg als sozialpädagogische Fachkraft mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.
Für Menschen aus Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychologie, Bildungswissenschaft und den weiteren ausdrücklich genannten Fachrichtungen eröffnet die Qualifizierung den Zugang zu Fachkraftstunden und damit zu einem neuen beruflichen Tätigkeitsfeld.
Für andere pädagogische Qualifikationen können zusätzliche Wege über Einzelfallentscheidungen bestehen.
Bei educaris ist die 160-Stunden-Qualifizierung deshalb nicht als bloßes Absitzen einer gesetzlichen Vorgabe angelegt. Wer anschließend in einer Kita arbeitet, trägt Verantwortung für Entwicklung, Bildung, Beziehung und Schutz von Kindern.
Die Qualifizierung soll genau darauf vorbereiten. educaris ist als Anbieter der 160-Stunden-Qualifizierung in der von der obersten Landesjugendbehörde veröffentlichten Übersicht nach § 3 Absatz 2 PersVO geführt. Damit ist das Curriculum bereits geprüft und muss nicht für jede Teilnahme erneut abgestimmt werden.
Wer noch nicht sicher ist, welcher Weg zum eigenen Abschluss passt, sollte genau das zuerst klären. Der Eignungs-Check ordnet Ihren Abschluss dem passenden Abschnitt der Personalverordnung zu. Denn aus derselben 160-Stunden-Qualifizierung können sich je nach Vorbildung sehr unterschiedliche berufliche Möglichkeiten ergeben.
- Verordnung zu den Grundsätzen über die Qualifikation und den Personalschlüssel (Personalverordnung, PersVO) vom 27. November 2024, GV. NRW. 2024 S. 910, recht.nrw.de
- Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW, 160-Stunden-Qualifizierungsmaßnahme und Anbieterübersicht nach § 3 Abs. 2 PersVO
- Landschaftsverband Rheinland, Personaleinsatz in Kindertageseinrichtungen
Jetzt anmelden

